Iserlohner Trio feiert EM-Triumph ausgelassen und intensiv

Iserlohn. Bundestrainer Carsten Lang ist stolz auf seine Mannschaft. Noel Riepe möchte sich bei den Herren für Nationalteam empfehlen.

Gleich drei Iserlohner dürfen sich seit letztem Sonntag Europameister nennen. Im kroatischen Kastav holten sich die beiden Skaterhockey-Spieler Noel Riepe und Lucas Kleinschmidt sowie deren Bundestrainer Carsten Lang mit der deutschen Auswahl den vor einem Jahr verlorenen Titel mit einem 8:5-Sieg gegen die Schweiz von den Eidgenossen zurück.

„Die Mannschaft hat das sehr gut gelöst“, zeigte sich Carsten Lang, der das Team mit dem Duisburger Stephan Weichelt betreut, voll des Lobes über das gute Abschneiden. Fünf Teams waren in Kroatien am Start. Gespielt wurde nach dem Modus „Jeder gegen Jeden“. Sechs Spiele waren binnen zwei Tagen zu absolvieren – nicht zuletzt eine Frage der Kondition.

Der Auftakt zur Vorrundeglich einem Spaziergang
Einem Spaziergang glich dabei zunächst die Vorrunde. Die Gastgeber wurden 12:0 besiegt, Großbritannien 14:0, Österreich 7:1. Nicht nur angesichts des ersten Gegentores sprach Carsten Lang davon, dass es nicht rund lief. Aber vielleicht war es auch schon das bevorstehende Duell gegen den Erzrivalen aus der Schweiz, das die Konzentration raubte. Schließlich lösten die Deutschen aber auch die schwierigste Aufgabe mit einem 5:3. Restzweifel blieben aber, weil die Eidgenossen einige Topspieler geschont hatten.

Doch das deutsche Team zeigte sich auch psychisch stabil, war im zweiten Turnierabschnitt weiterhin voll da. 18:4 hieß es am Ende gegen Großbritannien, so dass es zum erwarteten Finale gegen den Titelverteidiger aus der Schweiz kam. Der zeigte trotz anhaltender Drangperiode der Deutschen mit einem blitzsauberen Kontertor, dass er unbedingt ernst zu nehmen ist. „Dann haben wir aber unsere Qualitäten unter Beweis gestellt“, freute sich Carsten Lang und bezeichnete Noel Riepe von den Samurais nicht nur in dieser Situation als einen der Schlüsselspieler. „Er war unser Unterzahlspezialist“, umschrieb er die Rolle des Iserlohners, der im Laufe des Turniers einige Treffer zu den deutschen Triumphen beisteuerte.

Schließlich bekamen das Lang-Team auch diese Aufgabe in den Griff und siegten am Ende verdient mit 8:5. Das war der 13. Titelgewinn für eine ISHD-Auswahl. Für Noel Riepe war es dagegen der erste EM-Sieg nach dem verlorenen Finale im Vorjahr. „Ich bin froh, dass es zum Abschluss noch einmal mit dem Titel geklappt hat“, freute sich der Stürmer, der nun die Altersgrenze erreicht hat und zu den Herren wechselt. Wie sein Trainer Carsten Lang zeigte er sich begeistert von der Mannschaft, die anschließend ausgelassen den Titel in einer Disco zusammen mit den Briten feierte.

Lucas Kleinschmidt überzeugte als Rookie
Sein Iserlohner Teamkollege Lucas Kleinschmidt, der in Menden für die Mambas in der zweiten Liga spielt, hat dagegen noch die Zukunft bei den Junioren vor sich. Der 17-Jährige ist einer von nur vier Spielern, auf die Carsten Lang auch im nächsten Jahr bauen kann, wenn der Titel vermutlich in der Schweiz verteidigt werden muss. Dann dürften auch seine Spielanteile steigen, dennoch war Kleinschmidt auch schon jetzt für das Team wichtig. „Als Rookie hat er einen guten Job gemacht“, lobte Coach Lang.

Derweil hat sich Noel Riepe, der noch ein paar Tage Urlaub in Kroatien drangehängt hat, schon neue Ziele gesetzt. Am Samstag beginnt ganz in der Nähe in Opatija die EM der Herren. Und eine Teilnahme an einem solchen Turnier ist das, was Riepe sich in den nächsten Jahren auf die Fahnen geschrieben hat. Mit guten Leistungen in den Play-offs, die Ende des Monats fortgesetzt werden, will er hier schon einmal seine Visitenkarte abgeben.

Quelle:DerWesten.de – Markus Wassmuth