hochtalentiert

Hochtalentiert, aber bodenständig

Menden. Das ist eine große Ehre für Lucas Kleinschmidt. Das Skaterhockey-Talent des Mendener SC Mambas fährt mit zur U19-Europameisterschaft im kroatischen Kastav und will dort mit seinem Team den Titel holen.

Der abschließende Lehrgang in Bochum hat noch einmal auf die Junioren-Europameisterschaft am kommenden Wochenende im kroatischen Kastav eingestimmt. Aber Carsten Lang ist mit den dort erzielten Ergebnissen nicht rundum zufrieden. „Wir hatten einige Probleme“, sagt der Bundestrainer aus Menden, der sich um die Fitness zweier seiner Skaterhockey-Talente etwas Sorgen macht.

Beispielsweise verletzte sich Kapitän Florian Breves aus Essen, zudem konnte Noel Riepe (Samurai Iserlohn) am zweiten Trainingstag nur zuschauen. Blessuren, die bis zum Turnierstart am Samstag gegen die Gastgeber-Vertretung aber kein großes Thema mehr sein sollten. „Ich hoffe es zumindest“, blickt Carsten Lang auf seine Kaderliste mit den besten U19-Spielern, die Skaterhockey-Deutschland derzeit zu bieten hat.

Auf jeder Position einsetzbar
Zu diesen 16 Akteuren – sowie drei Torhüter – gehört auch Lucas Kleinschmidt. Und auf eben diesen jungen Mann hält Carsten Lang große Stücke. „Ich kenne Lucas sehr gut und habe ihn einige Male spielen sehen“, ist der einstige Klassespieler von den Qualitäten des gerade erst 17 Jahre alt gewordenen Talents des Mendener SC Mambas überzeugt.

„Lucas ist ein pflegeleichter Spieler, ein Allrounder, den man auf jeder Position einsetzen kann“, beurteilt Lang den MSC-Junior, der vor allen Dingen dank der gezielten Nachwuchsförderung durch Mendens Seniorencoach Toni Fonso inklusive Einsätzen in der Zweitliga-Mannschaft in den Fokus von Carsten Lang und dessen Trainerkollegen Stephan Weichelt (Duisburg) rücken konnte.

Youngster mit Bodenhaftung
„Ich habe ja immer noch gute Verbindungen zu den Mambas“, erzählt Lang. Er ist immer wieder bei seinem Ex-Verein zu Gast. Natürlich auch wegen einstiger Weggefährten wie Alexander Buß (jetzt sportlicher Leiter) oder eben Toni Fonso, mit dem er seit gemeinsamen Eishockey-Zeiten befreundet ist.

Dass bei diesen Treffs auf talentierte Spieler aufmerksam gemacht wird, versteht sich von selbst – auch die Mambas-Youngster Nico Bongard und Keeper Louis Guntermann standen auf der Liste.

Carsten Lang bezeichnet Lucas Kleinschmidt als Glücksfall, der seinen sportlichen Weg noch machen werde. Der junge Mann selbst macht einen selbstbewussten und zielstrebigen Eindruck, vermittelt im Gespräch mit der WP aber auch Bodenhaftung und Demut. Er weiß, dass er nur ein kleiner Teil einer Mannschaft ist, die sich den Titelgewinn auf die Fahnen geschrieben hat.

„Wenn man zwölf Mal Europameister geworden ist und letztes Jahr nur Zweiter, geht man sicherlich mit diesem Anspruch in ein solches Turnier“, sagt Lucas Kleinschmidt, der sich mit Blick auf sein eigenes Leistungsvermögen eher zurückhaltend gibt. „Ich weiß, was ich kann“, sagt er. Der Youngster ist davon überzeugt, dass er seinen Beitrag leisten kann – damit die ISHD-Auswahl die „Mission Gold“ erfolgreich abschließen kann.

Einladung ist große Ehre
Für die deutschen Junioren begann die Europameisterschaft eigentlich schon am Wochenende in Bochum. Dort wurden nach Lehrgangsschluss die Ausrüstungen verladen und bereits auf den Weg nach Kroatien gebracht. Die Mannschaft indes sieht sich am Freitag auf dem Flughafen Köln-Bonn wieder, ehe sie dann zur EM nach Kastav fliegen wird.

„Dort sind wir in einem Hotel untergebracht“, berichtet Lucas Kleinschmidt, für den schon die Einladung von Carsten Lang und Stephan Weichelt zu den Kaderlehrgängen eine große Ehre war. Dass er nun auch die EM bestreiten darf, bezeichnet der junge Mann, der vor wenigen Wochen eine Ausbildung zum Physiotherapeuten angetreten hat, als „etwas ganz Besonderes“.

Am Samstag steht die Vorrunde mit Spielen gegen Kroatien (8.30 Uhr), Großbritannien (12 Uhr), Österreich (15.30 Uhr) und der Schweiz (19 Uhr) auf dem Turnierplan. Am Sonntag geht es ab 9.30 Uhr mit Play-offs und Platzierungsspielen weiter.

Die finale Partie über sogar drei Mal 15 Minuten ist für 17 Uhr vorgesehen. Gute zwei Stunden später findet die Siegerehrung statt. Dann wollen die deutschen Skaterhockey-Junioren zum 13. Mal den großen EM-Pokal in Empfang nehmen.

Quelle:DerWesten.de – Eberhard Tripp