Spieler-Abschied während des Spiels

Menden. Quo vadis, Mendener SC Mambas? Das Zweitliga-Team des heimischen Skaterhockey-Vereins blickt schweren Zeiten entgegen. Denn neben dem sportlichen Niedergang zeichnen sich nun auch atmosphärische Störungen ab.

So gab es am Samstag mit dem 3:8 (0:4, 3:3, 0:1) gegen Gastgeber Sauerland Steel Bulls Lüdenscheid nicht nur die sechste Pleite in Folge. Zudem waren Auflösungserscheinungen bei der Mannschaft nicht zu übersehen. Nachdem sich im Vorfeld des Kreisderbys in der gemeinsam genutzten Zöpnek-Halle Verteidiger Marcel Aderhold Richtung Steel Bulls verabschiedet hatte (die WP berichtete), kam es während der Partie bei den Mambas offenbar zu einem Disput, der mit dem vorzeitigen Abschied von Akteur Robin Schneider endete.

„Er hat sich im ersten Drittel am Knie verletzt“, sagte Oliver Cooke, der am Samstag erneut den urlaubenden Trainer Toni Fonso vertreten hatte, nach Spielschluss. Von einem Streit in der Kabine war dabei nicht die Rede. Und über das, was sich konkret abgespielt hat, gab es aus dem MSC-Lager keine weiteren Auskünfte. Stattdessen habe man sich darauf verständigt, Stillschweigen zu bewahren.

„Ich weiß auch nicht, was da vorgefallen ist“, sagte der erste Vorsitzende Michael Mikus und kündigte für Dienstagabend ein klärendes Gespräch mit der sportlichen Leitung an. „Dass mannschaftsintern etwas im Argen liegt, ist offensichtlich“, so Mikus. „Jetzt müssen wir zusehen, dass wir die Saison vernünftig zu Ende bringen.“
Ernüchternde Gegentore

Sportlich gesehen waren die Mambas im ersten Drittel weit von einer Liga-Tauglichkeit entfernt. „Das lief völlig an uns vorbei“, blickte Oliver Cooke auf bittere 20 Minuten zurück. „Wir wollten den Gegner unter Druck setzen und das Spiel machen, aber das ist uns nicht gelungen. Stattdessen haben wir uns ärgerliche Tore eingefangen, und damit war unser Plan eigentlich schon kaputt“, so Cooke – angesichts eines 0:4-Rückstandes war die Partie bereits entschieden.

Dass die Mambas aber zweitliga-tauglich sind, sollte sich in den folgenden Dritteln zeigen. Endlich fielen auch auf der richtigen Seite die Tore, mit zwei Unterzahl-Treffern von Kapitän Dennis Breker zum 2:4 (24./25.) war Menden zumindest kurzzeitig im Spiel. Und auch das 3:6 wiederum durch Breker gelang bei nummerischem Nachteil (35.) – Kuriositäten in einem fortan recht ausgeglichen, aber längst entschiedenen Derby.

Dass die Mambas im zweiten Drittel auch noch Jan Geske verloren, passte ins derzeit traurige Bild. Der MSC-Akteur wurde an der Bande stehend von einem verunglückten Schuss seines Teamkameraden Florian Herms in Jochbeinnähe getroffen, was bei einer eingehenden Untersuchung im Krankenhaus zum Glück nur als Prellung diagnostiziert wurde.

Sauerland Steel Bulls Lüdenscheid – Mendener SC Mambas 8:3 (4:0, 3:3, 1:0)

Mendener SC Mambas: Engelmann, Gerd Guntermann (nicht eingesetzt) – Döscher, Braun; Breker, Kleinschmidt – Geske, Uedickoven; Schneider, Schnieder – Herms, Burns; Patrick Bongard, Garbsch.

Tore: 1:0 (3:35), 2:0 (7:22), 3:0 (12:23), 4:0 (14:09; 4-3), 4:1 (23:40) Breker (3-4), 4:2 (24:18) Breker (Schnieder; 3-4), 5:2 (33:03; 4-3), 6:2 (33:26; 4-3), 6:3 (34:05) Breker (Schnieder; 3-4), 7:3 (35:52; 4-3), 8:3 (45:28; 4-3).

Strafminuten: Lüdenscheid 4, Menden 10 plus 5 (Burns/32.).

Samstag, 9. Juli, 18 Uhr:

Miners Oberhausen – MSC Mambas

Quelle: DerWesten.de – Eberhard Tripp